stuttgart Bibliothek stadt blogger foto ArchitekturStadtbibliothek

stuttgart Holzäpfel cocktails photo diary lifestyle blogger deutschHolzapfel Cafe & Bar

You really don’t have to go far for a change of scene when it’s one of these days where you think you’ve seen every boring corner in your city more than a hundred times. That’s why we went to Stuttgart for one day – spent some hours in galleries, looking at art work from Warhol and some weird contemporary art. We saw the public library which is probably my favorite library of all the libraries I’ve seen so far. In the evening, we had Gin Tonic, Moscow Mule and lots of wine, of course, going out for drinks is our thing. By the way, say hi to my super cool roommate.

Wenn ich will, dann kann ich ein richtig kritischer Mensch sein. Ich nehme nichts für selbstverständlich. Und es gibt Punkte in meinem Leben, da hinterfrage ich alles: Rituale, festgefahrene Traditionen, meine Denkweise, automatisierte Handlungen, meine Routine und meine Gedanken. Dinge, die ich täglich mache, ohne sie überhaupt noch richtig wahrzunehmen.

Unabhängig davon bin ich außerdem kein Fan von Medikamenten. Irgendwie fand ich es nie richtig, Symptome künstlich zu unterdrücken, mit denen mir mein Körper irgendetwas sagen will. Ich glaube, es ist die Tatsache, dass ich nicht genau weiß, was in den Tabletten drin ist, die man schluckt – was mich irgendwie abschreckt.

Ähnlich ging es mir mit der Pille, die zwar „nur“ ein Verhütungsmittel ist, aber trotzdem ein Medikament (was man ganz gerne vergisst). Hier auf meinem Blog über die Pille zu schreiben fühlt sich lustig an, weil es schon ein privates Thema ist, aber trotzdem wahrscheinlich fast alle meiner weiblichen Leser auch betrifft! Und weil ich sonst immer mit Freundinnen drüber quatsche, aber wir – ihr Leser und ich – auch so irgendwas wie „Freunde“ sind, wollte ich das Thema ansprechen und meine Erfahrungen teilen, weil vor allem diese manche von euch auch interessieren könnten. Vor ca. 3 Monaten habe ich die Pille abgesetzt und seither meinen Körper beobachtet und was ich festgestellt habe, möchte ich euch mitteilen – vor allen Dingen, weil die Pille, so empfinde ich es jedenfalls, momentan immer mehr in den Mittelpunkt gerät und ein mehr oder weniger aktuelles Thema ist.

Mein erstes Pillenrezept habe ich mit 15 oder 16 in den Händen gehalten. Einzig und allein aus Verhütungsgründen, weil ich damals mit meinem ersten Freund zusammengekommen bin. Schrecklich begeistert war ich davon nicht und ich kann es bis heute absolut nicht nachvollziehen, weshalb sich manche Mädchen die Pille verschreiben lassen, bloß um eine bessere Haut o. ä. zu bekommen – anstatt sich mit seinem Körper auseinanderzusetzen! Aber damals war das eben gang und gäbe, vielleicht ging es manchen von euch auch so: über die Pille hat man sich nicht viele Gedanken gemacht, weil sie eben „jeder genommen hat“ und dass es auch noch andere Verhütungsmittel gab, das hat der Frauenarzt im schlimmsten Fall gar nicht mal erwähnt. Hast du starke Regelschmerzen? Dann brauchst du eine stärkere Pille. Hast du Akne? Nimm einfach die Pille!

Das erste Mal aktiv Gedanken gemacht um die Pille habe ich mir vor ca. 1-2 Jahren, als ich auch meine Ernährung langsam umgestellt habe. Seither esse ich industriell stark verarbeitete Lebensmittel vergleichsweise selten und da ist mir aufgefallen, dass die Pille eigentlich gar nicht mal zu mir passt. Selbst mein Gehirn wollte mir wahrscheinlich sagen, einfach damit aufzuhören, da ich es nicht mal mehr auf die Reihe bekommen habe, sie regelmäßig zu nehmen. Mal 19 Uhr, mal 24 Uhr, mal 6 Uhr morgens… Ich war ziiiiemlich nachlässig und auch extrem genervt. Bei einem Mädelsabend haben mir dann zwei meiner Freundinnen erzählt, wie schlecht es ihnen mit der Pille ging und dass sie mit anderen Methoden viel besser klar kamen und das hat mich dann erst richtig neugierig gemacht. Ich habe lange recherchiert und die Frage, ob mein (teilweise schlechtes) Wohlbefinden wirklich von der Pille abhängen konnte, hat mir keine Ruhe mehr gelassen! Wenn sich etwas in meinem Kopf festgesetzt hat, dann ist es manchmal so, als ob ich unter Strom stehen würde, bis ich es ausprobiere und endlich eine Antwort auf meine Fragen habe. Zu der Zeit habe ich mir super viele Erfahrungsberichte auf anderen Blogs durchgelesen, den Beipackzettel meiner Pille studiert (und wirklich jeder sollte zumindest informiert sein, was für Nebenwirkungen die Medikamente erzeugen KÖNNEN, die man einnimmt) und habe auch ganz schöne Horrorgeschichten gelesen, dass es einem nach dem Absetzen erstmal richtig schlecht gehen soll. Da ich Kraftsport mache, hat es mich auch nicht kalt gelassen, dass einige bekannte Social Media Fitness „Stars“ (z. B. Sophia Thiel, Pamela Reif, Fit Trio usw.) von der Pille abraten, da sie aufgrund des Östrogens den Muskelaufbau und somit die Erfolge beeinflussen kann. Lustig fand ich auch, dass eine Pille für den Mann auch einmal existiert hat – die wieder vom Markt genommen wurde, weil die Herren sich über starke Nebenwirkungen beschwert haben.

Aber wie merkt man solche Nebenwirkungen? Wie bemerkt man körperliche Veränderungen und woher weiß man überhaupt, ob man diese mit der Pille in Verbindung bringen kann? Für mich war das schwer zu sagen, weil ich sie 8 Jahre durchgenommen habe. Ein ewig langer Zeitraum und die Nebenwirkungen schleichen sich ganz, ganz langsam ein, so richtig bekommt man das also irgendwie gar nicht mit. Mit 16 Jahren war ich noch ganz anders als heute, viel jugendlicher bzw. kindlicher und wenn man seinen Körper so lange täglich künstlich mit Hormonen “vollpumpt”, wer weiß schon, was da genau passiert…

Als ich sie abgesetzt habe, ist erstmal gar nichts passiert. Nach ein paar Wochen hat mein Körper doch anders reagiert und mir den Verdacht bestätigt, dass die Pille mich tatsächlich stark beeinflusst hat. Von sämtlichen Horrorszenarien, von denen ich gelesen habe, wurde ich verschont, bis auf eins: Haarausfall. Verdammt starker Haarausfall sogar, mit dem ich jetzt zu kämpfen habe und meine dünner werdenden Haare lassen mich manchmal sogar auch an meinem Selbstbewusstsein zweifeln. Ja, der Ausfall gleicht einem Meer aus Haaren (ziemlich traurig, aber ist so). Darauf war ich aber eingestellt und eben auch auf die Tatsache, dass der Körper mehrere Monate brauchen kann, um das zu regulieren.
Ja, man bekommt seine Menstruation unregelmäßiger, aber der Vorwand “oh mein Gott, du kannst doch jetzt deine Tage gar nicht mehr kontrollieren?!” ist absolut schwachsinnig, da es ja nicht so ist, dass sie jetzt einen komplett verrückten Rhythmus hätten… Und wer nimmt das nicht gerne in Kauf, wenn man stattdessen mit einer plötzlich urstarken sexuellen Lust beglückt wird? 😀 Auch der Pickelalarm, vor dem ich mich gefürchtet hatte, ist ausgeblieben. Meine Haut ist teilweise weniger trocken und fettet schneller, was für mich aber positiv ist, da meine Haut der Sahara gleicht und die Mini Pickelchen, die ich seither selten bekomme, sind nicht unbedingt der Rede wert.
Die schönsten und besten Veränderungen, die ich bemerkt habe, sind aber wahrscheinlich diejenigen, die meine Psyche betreffen. Oft habe ich gelesen, dass viele Mädels berichten, sie fühlen sich ohne Pille “mehr bei sich” und ich weiß nicht, wie man das besser ausdrücken könnte… Ist eure Laune schonmal von einer Sekunde auf die nächste in Traurigkeit und Lustlosigkeit umgeschlagen und ihr seid 3 Stunden auf dem Bett gesessen, heulend, völlig grundlos, einfach weil das ganze Leben scheiße ist? Ja? So ging es mir auch. Ständig. Irgendwann fast jeden Tag. Natürlich hatte ich keinen Grund dazu, ich hatte bloß depressive Verstimmungen – einfach so, weil mein Körper wohl Lust darauf hatte. Ich kann gar nicht zusammenzählen, wie oft ich geheult habe – obwohl ich eigentlich jemand bin, der so gut wie nie heult. Mitten in Gesprächen bin ich plötzlich verstummt, eine Welt ist zusammengebrochen und anstatt meine Meinung kundzutun, habe ich mich verkrochen und geklagt, wie scheiße “alles” ist… Gruselig. Ich will nicht sagen, dass ich heute streitsüchtiger bin. Aber ich war immer ein Mensch mit vielen Emotionen und Temperament, und der bin ich nun wieder. Ich raste vor Freude aus und bin oft richtig gut drauf, auch völlig grundlos! Genauso wie ich meine Wut rauslasse oder schimpfe, wenn ich genervt bin. Aber ich verhalte mich NIE mehr einfach so wie ein depressiver Mensch. Klar, ich habe mal einen schlechten Tag, bin genervt von der Arbeit oder finde etwas blöd, aber meine schlechte Laune hat immer einen bestimmten Grund. 


Mein Antrieb, warum ich diesen – etwas anderen, haha – Post verfassen wollte, ist einzig und allein, dass ich selbst überrascht war, wie viel sich verändert hat und vor allem, wie gut ich diese Veränderungen tatsächlich selber beobachten konnte. Die Frage, ob das nur Einbildung ist, würde ich definitiv verneinen. Ich kenne auch Mädels, die mich auf mein Vorhaben hin eher kritisch angesehen haben und die meine Entscheidung überhaupt nicht nachvollziehen können, was auch super ist, denn für viele funktioniert die Pille bestimmt gut und es ist genau das richtige für sie. Es ist einfach eine persönliche Einstellung und die kann jeder für sich herausfinden; ich finde es bloß wichtig, dass man sich informiert und auf seinen Körper hört. Egal, wie schnell alles gehen muss und egal, wie wenig Zeit uns in der heutigen Gesellschaft bleibt, uns mit uns selbst zu beschäftigen. Damit meine ich nicht nur Medikamente, sondern auch die Ernährung und generell den eigenen Körper, er ist schließlich euer “Tempel”! 🙂

Wenn ihr etwas zu dem Thema zu sagen habt, würden mich eure Gedanken riesig interessieren, also schreibt mir in den Kommentaren!
Ich wünsche euch einen gemütlichen Sonntagabend ♡